Hans-Georg Knoch,
Rektor der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus, Dresden 1977-83 und 1990-9
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Medizinischen Fakultt der Technischen Universitt Dresden 2010.
In Memoriam Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans Georg Knoch
1. Vorsitzender der Ärztlichen Gesellschaft für Ozonanwendung in Prävention und Therapie“
Ohne seine Frau Kristin konnten wir ihn uns eigentlich nicht vorstellen. Sie hat ihn auf den Kongress- und Vortragsreisen, zu Vorstandsitzungen und Mitgliederversammlungen über all die Jahre hinweg begleitet und umsorgt bis sie ihrem Krebsleiden erlag. Hans-Georg Knoch, der sich lieber bei dem polnischen Namen Jurek nennen ließ, starb nur wenige Wochen nach ihr im Juni 2010.
Über 10 Jahre hat er als Präsident der „Ärztlichen Gesellschaft für Ozonanwendung in Prävention und Therapie“ die Aktivitäten unserer Gesellschaft geleitet und mitbestimmt.
Am 19. September 1931 in Oberglogau, Oberschlesien geboren, absolvierte er Medizinstudium und Facharztausbildung in Poznan (Posen) und Kozle und übersiedelte im Alter von 26 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Kristin und Sohn Andreas nach Greifswald.
Seit 1962 an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ Dresden, habilitiert er sich dort 1966, und folgte 1976 dem Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Chirurgie.
Von 1977 bis 1983 Rektor der Medizinischen Akademie, übernahm Hans-Georg Knoch dieses Amt erneut nach der Wende 1990 und 1991, bevor er als Chirurg mit dem Schwerpunkt Proktologie an eine Privatklinik in Bad Salzuflen wechselte.
1981 erhielt sein Porträt, Ölgemälde von Fritz Eisel, einen Platz unter den Rektoren in der Ehrengalerie der Medizinischen Akademie Dresden. 1985 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität Wroclaw (Breslau) verliehen.
Dass wir ihn für die Ozonforschung gewinnen und begeistern konnten, war ein großes Glück. So entstanden die ersten Ozonstudien zur Proktologie bereits in den 1980er Jahren, die die Colitis als klare Ozonindikation etablierten und Applikationsform, Konzentration und Dosierung festlegten, inzwischen als Standard in die „Guidelines“ unserer Gesellschaft übernommen.
Wir werden nicht nur die wissenschaftlichen Diskussionen und Tipps vermissen, sondern besonders auch die anregenden, persönlichen Gespräche mit Kristin und Jurek Knoch, nicht zuletzt immer wieder Spiegel der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, die ihm besonders am Herzen lag.
Baden-Baden, Oktober 2010. Renate Viebahn-Hänsler, Ziad Fahmy, Ulrich Gutzen, Hartmut Dorstewitz, Michael Schreiber.